Die Justinuskirche

Das Gebäude

Die karolingische Justinuskirche in Frankfurt-Höchst ist das älteste Bauwerk Frankfurts und eine der frühesten noch erhaltenen Gotteshäuser in Deutschland.

Im Kern ist das Bauwerk eine dreischiffige karolingische Basilika mit einem dreizelligen Sanktuarium.

Die karolingische Kirche ist noch in großen Teilen im Original erhalten: das Mittelschiff mit seinen kleinen Rundbogenfenstern im Obergaden, die flache Decke, die Säulenarkaden, die Seitenschiffe und die drei Altarräume.

Einzigartig in Deutschland sind die Säulenarkaden mit Blattkapitellen und Kämpfern.

Die Figuren des Heiligen Antonius und Paulus von Theben am Hauptportal an der Nordseite, die Säulenkapitelle und der barocke Hochaltar sind kulturhistorische Schätze.

Die Geschichte der Justinuskirche

Erzbischof Otgar von Mainz, Mainzer Erzbischof von 826 bis 847, begann den karolingischen Bau der Justinuskirche Höchst um 830 und stiftete die eigens aus Rom beschafften Reliquien des heiligen Bekenners Justinus. 850 wurde die Kirche fertiggestellt.

Eine Synode des Mainzer Erzbischofs Aribo und der zahlreichen Mainz unterstellten Bistümer fand 1024 in Höchst statt.

Die Kirche ging 1090 als Schenkung an die Benediktiner von St. Alban in Mainz über. 1298 wurden die Justinusreliquien nach St. Alban verbracht

Die Antoniter siedelten1441 mit ihrem Kloster aus Roßdorf bei Hanau nach Höchst um. 1802 erlosch das Antoniterkloster als das Letzte von ursprünglich 370 Antoniterklöstern in ganz Europa.

Nach der Einweihung der großen neuromanischen Josefskirche in der Hostatostraße übernahm die Josefskirche 1909 die Funktion der katholischen Pfarrkirche. Die Justinuskirche gehört seither als Filialkirche zur katholischen Pfarrei St. Josef im Bezirk Frankfurt des Bistums Limburg.

Bild: Justinuskirche um 850 n. Chr., Peter Schäfer

Höchster Orgelsommer

Die 1736 eingefügte barocke Orgel wurde 1988 vom renommierten Orgelbauer Kuhn restauriert. Wegen dieser ausgezeichneten Konzertorgel und der wunderschönen Akustik in der Justinuskirche finden seitdem im Rahmen des jährlich stattfindenden Höchster Orgelsommer herausragende Konzerte mit internationalen Künstlern statt.

Justinusgarten

Der auf der Mainseite gelegene, versteckte Justinusgarten ist der ehemalige Friedhof der Antoniter. In seiner heutigen Bepflanzung wurde er zu Beginn der 1990er Jahre angelegt. In dem weitgehend naturbelassenen Blumen und Käutergarten werden seit 2006 auch die von den Antonitern verwendete Heilkräuter angepflanzt, die bei der Behandlung der am "Antoniusfeuer" Erkrankten eine wichtige Rolle spielten. Für die Öffentlichkeit ist der Justinusgarten seit 2004 vom Frühjahr bis zum Herbst vom Vorgarten des Pfarrhauses her zugänglich.

Weiterhin gibt es noch ein sogenanntes "Kirchgärtchen", welches sich auf der Westseite der Justinuskirche befindet. Dort hat man eine wunderschöne Aussicht auf den Main, das Mainufer und den Jachthafen in Schwanheim.

Bild: Rest des Stadturms, Justinuskirche

Die Stiftergemeinschaft

1983 wurde die Stiftergemeinschaft Justinuskirche e.V. auf Initiative von Erhard Bouillon, damals Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Hoechst AG, gegründet. Ziel war es, das öffentliche Interesse an der Justinuskirche zu verstärken und Geldmitteln für die Restaurierung und dauerhafte Erhaltung der Kirche zu beschaffen.

Die Stiftergemeinschaft Justinuskirche hat aktuell über 300 Mitglieder und Spender, die etwas für „ihre“ Kirche tun wollen. Sie wirbt auf vielfältige Weise für die Justinuskirche: durch Teilnahme am jährlichen Schlossfest oder am Weihnachtsmarkt, durch Vorträge und Führungen, insbesondere aber durch Konzerte in der Justinuskirche. Diese Konzerte sind fester Bestandteil des „Höchster Kultursommers“ geworden.

Führungen

Die Stiftergemeinschaft übernimmt seit ihrer Gründung die sachkundige Führung von Einzelpersonen oder Gruppen in der Justinuskirche. Jahrgangstreffen, Betriebs- oder Vereinsausflüge nach Höchst und in die Justinuskirche sind ein besonderes Erlebnis.

Um so schöne Kapitelle wie in der Justinuskirche zu sehen, muss man sonst über die Alpen nach Italien oder in die Türkei fahren. Denn sie sind einzigartig in Deutschland.

Bei den Führungen werden das Gebäude, die kulturhistorischen Schätzen sowie die wunderschönen Gärten vorgestellt. Natürlich erzählt man auch von mittelalterlicher Frömmigkeit, vergessenen Seuchen oder den letzten Antonitern und ihren Heilkräutern.

Führungen können über das Pfarramt St. Josef vereinbart werden.

0693399960

Pfarramt St. Josef, Justinusplatz 2

Hochzeiten feiern

In der Justinuskirche kann man auch Hochzeiten feiern.

Öffnungszeiten und weitere Informationen

April bis Oktober täglich 14.00 bis 17.00 Uhr (Kirche und Garten)
November bis März täglich 14.00 bis 16.00 Uhr (Kirche)
und zu den Gottesdienstzeiten (dann keine Besichtigung!)
www.st-josef-hoechst.de

Weitere Informationen zur Justinuskirche (z. B. die Konzert- und Veranstaltungstermine) und zur Stiftergemeinschaft finden Sie auf Wikipedia.

www.justinuskirche.de