Höchster Mädels, Höchster Buben

Gesichter aus der Nachbarschaft werben großformatig in Schaufenstern für den Stadtteil

Die Kampagne „Höchster Mädels, Höchster Buben“ zeigt Bewohner, die für ihren Stadtteil werben. Die sympathischen Plakate mit Gesichtern von Höchstern und Höchsterinnen werden in der Höchster Innenstadt aufgehängt.

Höchst. Inge Lombardi ist ein echtes Höchster Mädel. In Höchst geboren, in Höchst aufgewachsen, lange Jahre Funkenmariechen bei der „Schlossgarde“, dann Wirtin – die Tochter aus der Höchster Getränke-Dynastie Hisserich ist „mit Herz und Seele Höchsterin“, wie sie sagt. Grund genug für die 69-Jährige, bei der Aktion „Höchster Mädels, Höchster Buben“ mitzumachen. Die Werbeaktion für den Stadtteil setzt auf sympathische Gesichter von Menschen, die für ihren Stadtteil einstehen.

Die Aktion wird vom Quartiersmanagement der NH Projektstadt und vom Stadtplanungsamt unterstützt. Immer mindestens zwei, manchmal auch drei „Höchster Mädels“ oder „Höchster Buben“ werben gemeinsam auf einem Plakat für den Stadtteil. Das Konzept für diese Kampagne hat die Höchster Kommunikationsagentur Reichert Medien entwickelt. Inhaber Klaus Reichert erklärt: „Wir zeigen starke Persönlichkeiten, die jeder gerne als Nachbarn hätte.“

Besonderes Kennzeichen ist deren Authentizität: Die vom Profi-Fotograf Thomas Balzer – selbst ein Ur-Höchster – in Szene gesetzten Männer, Frauen und Jugendlichen wohnen oder arbeiten alle in Höchst, gehen dort zur Schule und treiben Sport – wo sie geboren wurden, ist in diesem Zusammenhang belanglos. Als Höchster geht durch, wer sich als Höchster fühlt, so die Maxime. „Es sind allesamt echte Höchster Buben und Mädels, keine professionellen Models“, sagt Klaus Reichert.

„Uns ist sehr wichtig, dass die Botschaft nicht nur auffällt, sondern auch bei den Menschen ankommt. Nur so können wir wirklich etwas auslösen“, sagt Barbara Brechmann, Projektleiterin im Quartiersmanagement. Mit dieser ungewöhnlichen Kampagne möchten die Initiatoren zeigen, dass in Höchst Lebensfreude herrscht – und es sich lohnt, dort zu wohnen.

Die großformatigen Plakate werden in den nächsten Tagen überall im Stadtteil in Schaufenstern leerstehender oder auch bestehender Läden oder Büros präsentiert werden. Zum Auftakt gibt es am Donnerstag, 16. Januar, ab 16 Uhr einen Rundgang, der vor dem Stadtteilbüro in der Bolongarostraße 135 beginnt; zum Abschluss ist am 10. April ab 18 Uhr eine Ausstellung aller Portraits in den Räumen der Volksbank Höchst, Hostatostraße 13, geplant. Dann werden die Bilder zum ersten Mal zusammengeführt.

Und wer sind die Höchster, die da aus den Schaufenstern blicken? Ganz normale Leute. Außer Inge Lombardi ist es etwa Steffi Barthel, Künstlerin und Buchautorin, seit 2005 Höchsterin. Oder die „Käse-Petra“, die unter diesem Namen als Verkäuferin auf dem Höchster Wochenmarkt bekannt ist. Aber auch Nahom, Dursun und Manuel Dias Rodrigues gehören dazu – sie sind bei der SG Hoechst 01 aktiv.

Claus Cromm kennen viele – der Vize des Höchster Vereinsrings hat zuletzt dafür gesorgt, dass es zumindest in der Hostatostraße eine Weihnachtsbeleuchtung gab. Er ist mit Hans Moosbrugger auf einem Bild zu sehen. Der ist Inhaber der Manufaktur, die Tapeten nach historischen Vorbildern fertigt. „Deshalb haben wir auch die Tapete mit aufs Foto genommen“, sagt der Schreiner und Architekt Claus Cromm. „Mir ist es besonders wichtig zu zeigen, dass es in Höchst viele alteingesessene Familienbetriebe im Handwerk gibt.“

Artikel vom 08.01.2014 von Holger Vonhof / Höchster Kreisblatt

Höchster Mädels, Höchster Buben

© Idee/Fotografie Klaus Reichert/Thomas Balzer

Fotos und Zusammenstellung der Show von Sarah Solar und Luis Engelmann

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